Neuer Sensorkopf zur Diagnostik in der Säuglingsmedizin
Im Rahmen einer Studienarbeit wurde an der Berufsakademie Mosbach (BA) ein Sensorkopf zur Diagnostik in der Säuglingsmedizin entwickelt, dessen Prototyp in einer Heilbronner Kinderarztpraxis bereits erfolgreich eingesetzt wird.
Zur Diagnose vieler Herz- und Lungenkrankheiten bei Säuglingen und Kleinkindern ist die zuverlässige Messung vitaler Parameter genauso unerlässlich, wie bei Erwachsenen. Herkömmliche Sensormodelle, meist Abwandlungen aus der Erwachsenenmedizin, erweisen sich in der Pädiatrie meist als unzulänglich.
Oft müssen zahlreiche Versuche unternommen werden, um beim Nachwuchs einen zuverlässigen Messwert zu erhalten. Dies liegt vor allem an den anatomischen Gegebenheiten, an den kleinen Händen und Fingern, aber auch am ängstlichen und nervösen Verhalten von Säuglingen und Kleinkindern beim Arzt - die kleinen Patienten wollen nicht stillhalten. Dadurch wird eine Messung häufig nahezu unmöglich.
Der neu entwickelte Sensorkopf umgeht viele dieser Schwierigkeiten, da er den bei Kleinkindern vorhandenen Greifreflex nutzt und von der Hand unwillkürlich fest umschlossen wird. So wird ein sehr guter Kontakt zum Patienten hergestellt, der zuverlässige Messungen ermöglicht. Der Prototyp enthält Sender- und Empfängerbauteile zur Messung von Pulsfrequenz und Sauerstoffsättigung. Die Aufnahme anderer Sensorbauteile, z.B. zur Hautspektroskopie, ist ebenfalls denkbar.
Innerhalb nur eines Semesters wurde vom Mechatronik-Studenten Eric Latza im Rahmen einer Studienarbeit ein CAD-3D-Modell entwickelt, bei einer Heilbronner Firma ein erster Prototyp produziert und als Erfindung zum Patent angemeldet. Nach der erfolgreichen Testphase durch einen Kinderarzt, der mit Zuverlässigkeit und Geschwindigkeit der Messungen hochzufrieden ist, soll nun mit Unterstützung von Sponsoren ein weiterentwickelter Prototyp entstehen. Gesucht wird dann ein Unternehmen, das die Erfindung über Langzeitstudien zertifiziert und auf den Markt bringt. Denn nach ersten Ergebnissen der Patentnachforschung existiert ein derartiges Produkt bislang weltweit nicht.
Mit der Umwandlung in eine Duale Hochschule im kommenden Jahr erhalten die Berufsakademien einen offiziellen Auftrag für kooperative Forschung. Das vorgestellte Projekt zeigt, dass dies an der Berufsakademie Mosbach keine Zukunftsmusik ist.